EssenBroumov_Liedtke

Abgesagt!!!

25. April 2020, 17:00 Uhr

Literaturfest der Literarischen Gesellschaft Ruhr e.V.

„Vor der Grenze, hinter der Grenze“

Lesung Ulrike Anna Bleier und Anja Liedtke

Galerie Schlag, Teichstraße 9, 45127 Essen

Anja Liedtke (Bochum) und Ulrike Anna Bleier (Köln) waren im Februar und April 2019 Stipendiatinnen des Goethe-Instituts Prag und des Tschechischen Literaturzentrums im Kloster Broumov an der tschechisch-polnischen Grenze. Über ihre Erfahrungen dort tauschten sie sich zunächst auf Facebook aus. Nun bringen sie ihre in Nordböhmen entstandenen Texte zurück an Rhein und Ruhr.
Die Residenz im Literaturhaus Kloster Broumov ist als Wohngemeinschaft je einer deutschen und je einer tschechischen Autorin, Übersetzerin oder Illustratorin konzipiert. Residenzthema war „Vor der Grenze, hinter der Grenze“ – eine Anspielung auf die geographische, politische und historische Situation der Stadt. Das nordböhmische Broumov galt seit dem Mittelalter als wichtiges kulturelles und wirtschaftliches Zentrum, bevor es – nach Besetzung und Vertreibung im 20. Jahrhundert – zum vergessenen Niemandsland wurde. Dieses „Ende der Welt“ hat in ihren Büchern auch Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk beschrieben, die auf der polnischen Seite desselben Gebirgszuges lebt.
Inwiefern tragen Residenzstipendien zur Verständigung zwischen den Kulturen bei? Die in Broumov entstandenen Texte und ihre aktuellen Projekte stellen Bleier und Liedtke nun auch an Rhein und Ruhr vor. Im Rahmen eines moderierten Gesprächs tauschen sie sich über Erfahrungen aus, die sie während des Aufenthalts in der Kleinstadt Broumov mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, ihren WG-Mitbewohnerinnen, der Sprache und der historischen Umgebung gemacht haben. Wie gehen die Stipendiatinnen mit dem Eindruck der Fremdheit, mit Einsamkeitsgefühlen oder Schreibblockaden um? Aber auch profane Fragen nach Gestaltung des Alltags sowie kleinere Missverständnisse und größere Katastrophen sollen zur Sprache kommen.

Dr. Anja Liedtke promovierte mit einer linguistischen Dissertation ‚Zur Sprache der Berichterstattung in den Kriegen am Golf und in Jugoslawien‘. 1996 wurde ihr der Bettina-von-Arnim-Literaturpreis für die Erzählung ‚China through my eyes‘ verliehen. Es folgten vier Romane: ‚Grün Gelb Rot. Ein Heimatroman‘ (2000), ‚Stern über Europa‘ (2012), ‚Reise durch amerikanische Betten‘ (2013) und ‚Schwimmen wie ein Delfin oder Bowies Butler‘ (2017) sowie ‚Blumenwiesen und Minenfelder. Reiseerzählungen aus Israel‘ (2014). In Kooperation mit Meir Schwarz entstand ‚So sagt man halt bei uns. Kleines jüdischdeutsches Wörterbuch‘ (2012) und mit Nathanael Ullmann das Theaterstück ‚FracKing‘ (2016). 2018 war sie Stipendiatin im Stuttgarter Schriftstellerhaus. 2019 Stipendiatin des Goethe-Instituts Prag. Liedtke ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller, in der GEDOK, in der Internationalen Autorinnenvereinigung und der Bochumer Literaten. Ein weiterer Partner ist der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW.

Ulrike Anna Bleier, geboren in Regensburg, lebt in Köln. Ihr Debütroman „Schwimmerbecken“ stand 2017 auf der Hotlist der zehn besten Bücher aus unabhängigen Verlagen. 2018 ist ihr zweiter Roman „Bushaltestelle“ erschienen, darin erzählt sie eine tragische Mutter-Tochter-Geschichte, die in Deutschland und Tschechien spielt und bis in die Zeit des Nazi-Protektorats in Böhmen und Mähren zurückreicht. Sie erhielt mehrere Stipendien, u.a. Residenzen in Meran (2017), Wiepersdorf (2018) und Broumov (2019). Zuletzt wurde sie mit dem Dieter-Wellershoff-Stipendium der Stadt Köln und einem Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW ausgezeichnet, um ihr aktuelles Romanprojekt „Spukhafte Fernwirkung” fertigzustellen. „Scharf beobachtete, lakonisch gezeichnete short cuts fügen sich zu einem gesellschaftlichen Großpanorama, zu einem faszinierenden Kaleidoskop höchst unterschiedlicher Lebenswelten“ (aus der Jury-Begründung des Dieter-Wellershoff-Stipendiums).

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29. April 2020, 19.00 Uhr
Frühjahrslesung der Bochumer Literaten
Thema: „Im Winde klirren die Fahnen“
(aus: „Hälfte des Lebens“ von Friedrich Hölderlin)
Ort: Theater Total, Am Eickhoffpark 7, 44789 Bochum
Eintritt frei
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturbüros Bochum

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8. Mai 2020, 9:30 – 16:30 Uhr

Tagesfortbildung für KursleiterInnen an der VHS Bochum

Wandern, wahrnehmen, reden, schweigen, schreiben

Bochum-Dahlhausen Bahnhof

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Anja Liedtke,Frank Schorneck, Foto Frank Kurczyk

9. Mai 2020, 19.30 Uhr

Schwimmen wie ein Delfin oder Bowies Butler – eine Leseperformance

Alex in den Bergen, mal oberhalb, mal unterhalb der Baumgrenze. Aber immer orientierungslos und auf der Suche. Wonach sie sucht, weiß sie nicht, bis sie selbst gefunden wird.

Der Musiker David Bowie findet sie in der Nähe seines Hauses, wo sie in ihrem Auto übernachtet. Hieraus entspinnt sich ein berufliches Verhältnis und eine tiefe persönliche und menschliche Beziehung, die in einer gemeinsamen künstlerischen Zukunft endet. Biografie Bowies und Fiktion vereinigen sich in einen Trip, der dem Leser erlaubt, Anteil zu nehmen an einer der größten künstlerischen Persönlichkeiten der Rock-Pop-Geschichte.

Autorin Anja Liedtke liest im Dialog mit Frank  Schorneck aus ihrem Roman „Schwimmen wie ein Delfin oder Bowies Butler“. Der Roman ist nicht nur etwas für Bowie-Fans, sondern auch für Identitätsspieler, Liebhaber der Postmoderne und Freunde der Popkultur.

Das Buch erschien zur Erinnerung an den ersten Todestag des Briten. Liedtkes vierter Roman erzählt die Begegnung von Alex, der Identität Suchenden, mit dem Musiker und Sänger, der mit Identitäten spielt. Aus der Begegnung geht ein Musical hervor, das die Dystopie des Diamond-Dogs-Albums in die Utopie einer sozialen und ökologischen Gesellschaft weiterentwickelt. Von Hunger City zu Solar City.

Ray Paradise begleitet diese literarisch-musikalische Begegnung auf der gleichen Gitarre, die auch Bowie spielte. Mit klarer, lauter Stimme singt er Bowie- und Lennon-Songs.

Zusammen mit seiner Band „The Town & The City“ hat er soeben eine CD vorgelegt. In New York verbrachte er lange Zeit mit Schreiben und Arbeiten im Bowery Poetry Club.

Macondo-Macher Frank Schorneck verleiht den Bowie-Passagen seinen feinen Bariton.
Kulturzentrum Hof Jünger

Wellbraucksweg 2 – 4

46244 Bottrop-Kirchhellen

Eintritt 10 Euro, Studenten und Schüler 8 Euro

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14. bis 16. Mai 2020

Jahrestreffen des Verbands Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller NRW in Emsdetten

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Abgesagt!!!

Sonntag, 17. Mai 2020, 19.30 Uhr, Eintritt 6/3 €

Freiraum, Innovationslabor der Bergischen Universität Wuppertal

Bärenstr. 11–13 (Alte Weberei), 42117 Wuppertal

Vom Klappern, Zischen, Heulen …

Lesung des Verbands Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) Bezirk Wuppertal – Bergisches Land

Mit Falk Andreas Funke, Dieter Jandt, Marina Jenkner, Anja Liedtke, Ingrid Stracke und Michael Zeller. Moderation: Max Christian Graeff

Der Titel der Biennale hat sinnliche Komponenten: Die einst intensiv naturverbundenen Menschen des Bergischen Landes begegneten einer rasanten Mechanisierung, die mit Antrieben und Energien, mit Tempi, Kräften und Geräuschen schnell lebensbestimmend wurde. Der Takt der Maschinen beherrschte Täler und Berge; mancher Mensch fühlte sich, in den niederen Sektionen der Industriegesellschaft zum Rädchen im Getriebe geworden, auf neue Weise den Tieren nah. Während aus dem einst lachsreichsten Fluss des Landes (nach Else Lasker-Schüler) „eine Brühe für den Teufel“ wurde, erblühten im Schatten der wirtschaftlichen Rekorde verschiedenste Ausprägungen der Sehnsüchte nach Freiheit.

Autorinnen und Autoren untersuchen mit Lyrik und kurzer Prosa die sinnlichen Beziehungen der Menschen zur Tierwelt wie auch zu den Maschinen. Aus dem Wahrnehmen entspringt das Wort: Die Literatur unserer Region ist traditionell den Hoffnungen wie den Enttäuschungen vom Leben zwischen Konstruktion und Gewachsenem zugewandt. Grenzgänge und Verbindungen des schwer zu Vereinbarenden finden in den Künsten statt.

Der „Freiraum“ als akademisches Innovationslabor – direkt an der Wupper in der „Alten Weberei“ gelegen – ist ein Ort der Ideale zwischen gestern und morgen, zwischen Inspiration und Strategie. Verwundert wie die Tiere betrachten wir hier die Geschichte und die zukünftige Entwicklung unserer Wildnis zwischen Philosophie und Technologie.

Lesung des Schriftstellerverbands Bergisches Land im Rahmen der Wuppertaler Literatur Biennale zum Thema „Tier, Mensch, Maschine“ im Freiraum (Innovationslabor der Bergischen Universität), Bärenstraße 11-13, Elberfeld (Arrenberg), 42117 Wuppertal.

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22. bis 27. Mai 2020

50 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald, Geburtstagsprojekt „Thoreau 2.2“

Aufenthalt in der Thoreau-Hütte im Wildniscamp am Falkenstein

auf Einladung von WaldZeit, unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz und der Umweltbildung Bayern.

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Layout 1

3. August 2020, 19:00 Uhr

Werkstattlesung des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Wuppertal

Anja Liedtke und Andreas Steffens lesen aus ihren gesellschaftspolitischen Essays

Literaturhaus Wuppertal

Friedrich-Engels-Allee 83

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P1080433

11. September 2020

„Vor der Grenze, hinter der Grenze“
Bochumer und Kölner Autorin gemeinsam auf Lesetour

Anja Liedtke (Bochum) und Ulrike Anna Bleier (Köln) waren im Februar und April 2019 Stipendiatinnen des Goethe-Instituts Prag und des Tschechischen Literaturzentrums im Kloster Broumov an der tschechisch-polnischen Grenze. Über ihre Erfahrungen dort tauschten sie sich zunächst auf Facebook aus. Nun bringen sie ihre in Tschechien entstandenen Texten zurück zu Rhein und Ruhr.
Die Residenz im Literaturhaus Kloster Broumov war als Wohngemeinschaft je einer deutschen und je einer tschechischen Autorin, Übersetzerin oder Illustratorin konzipiert. Neben der Arbeit am Projekt, auf dessen Grundlage die Residenten ausgewählt werden, sollten die Stipendiatinnen einen kurzen Text zum Residenzthema „Vor der Grenze, hinter der Grenze“ schreiben. Im Rahmen einer öffentlichen Lesung und anschließender Diskussion wurden Text und Projekt dem lokalen Publikum vorgestellt.
Inwiefern tragen Residenzstipendien zur Verständigung zwischen den Kulturen bei?
Die in Broumov entstandenen Texte und ihre aktuellen Projekte stellen Bleier und Liedtke nun auch an Rhein und Ruhr vor. Im Rahmen eines moderierten Gesprächs tauschen sie sich über Erfahrungen aus, die sie während des Aufenthalts in der Kleinstadt Broumov mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, ihren WG-Mitbewohnerinnen, der Sprache und der historischen Umgebung gemacht haben. Wie gehen die Stipendiatinnen mit dem Eindruck der Fremdheit, mit Einsamkeitsgefühlen oder Schreibblockaden um? Wie wirkt ein fremder Spracheinfluss auf das eigene Schreiben ein? Inwiefern tragen Residenzstipendien zur Verständigung zwischen den Kulturen bei? Aber auch profane Fragen nach Gestaltung des Alltags („Wo hast du eingekauft?“) sowie kleinere Missverständnisse und größere Katastrophen sollen zur Sprache kommen.

Eintritt 10 Euro

Literaturhaus Oberhausen

Marktstraße 146, 46045 Oberhausen