Von Vergewaltigten, Vertriebenen, Massenexekutionen, ethnischen Säuberungen und Völkermord berichten deutsche Journalisten über ihre Erfahrungen in Jugoslawien und verurteilen den Krieg. Die Berichterstattung über die alliierten Kämpfe am Golf kennt keine menschlichen Schicksale, Gräueltaten oder Opfer. Die deutsche Presse übernimmt den abstrahierenden und euphemisierenden Wortschatz der sorgsam choreographierten Informationspolitik der USA und prägt das Bild vom «chirurgischen Eingriff» mit «Punktgenauigkeit», der nur «militärische Ziele» vernichtet. Die formelhafte Sprache beschwört das Freund-Feind-Bild vom «gerechten Krieg» der «westlichen Welt» gegen den «Diktator Saddam Hussein» zur «Befreiung Kuwaits». Die Sprache schafft die Unterschiede zwischen den Kriegsschrecken.

Frankfurt am Main, Phil. Diss. (1994), ISBN 978-3631474655